Seit Februar 2024 enthalten über 30 Managementsystemnormen – darunter ISO 9001, 14001, 27001 und 45001 – eine ergänzte Anforderung: Organisationen müssen bestimmen, ob der Klimawandel für ihr Managementsystem relevant ist. Was das konkret heißt und wie Auditoren es prüfen.

Was geändert wurde
Im Februar 2024 hat ISO – abgestimmt mit dem internationalen Akkreditierungsforum – ein Amendment für die verbreiteten Managementsystemnormen veröffentlicht. Ergänzt wurden zwei Stellen im Kapitel „Kontext der Organisation“: In 4.1 müssen Organisationen nun ausdrücklich bestimmen, ob der Klimawandel ein relevantes Thema für ihr Managementsystem ist. In 4.2 wurde klargestellt, dass interessierte Parteien klimabezogene Anforderungen stellen können.
Die Änderung gilt unmittelbar – es gibt keine Übergangsfrist und keine neuen Zertifikate. Bestehende Zertifikate bleiben gültig; die Anforderung wird seitdem in regulären Audits mitgeprüft.
Was Auditoren sehen wollen
Erwartet wird keine Klimastrategie auf Konzernniveau, sondern eine nachvollziehbare Bewertung: Hat sich die Organisation mit der Frage auseinandergesetzt? Wo ist das Ergebnis dokumentiert – etwa in der Kontextanalyse oder der Risikobetrachtung? Und falls der Klimawandel als relevant bewertet wurde: Welche Konsequenzen wurden gezogen, z. B. bei Lieferketten-, Standort- oder Energieaspekten?
Auch ein begründetes „nicht relevant“ ist zulässig – entscheidend ist, dass die Bewertung stattgefunden hat und zur Organisation passt. Ein Lebensmittellogistiker wird andere Antworten geben als ein Softwarehaus.
Pragmatisch umsetzen
Ergänzen Sie Ihre Kontext- und Stakeholderanalyse um den Punkt Klimawandel, bewerten Sie Chancen und Risiken (physische Risiken, regulatorische Anforderungen, Kundenerwartungen) und verknüpfen Sie relevante Ergebnisse mit bestehenden Zielen und Maßnahmen. In integrierten Systemen genügt eine gemeinsame Bewertung für alle Normen.
Quellen und weiterführende Links
Stand: 12. Mai 2026. Redaktionelle Fachinformation, keine Rechtsberatung.
