ISO 22000

ISO 22000 – Der internationale Standard für das  Lebensmittelsicherheitsmanagement

Diese Norm richtet sich nicht nur an Hersteller von Lebensmitteln, sondern auch an Dienstleister wie beispielsweise Produzenten von Zusatzstoffen, aber auch Schädlingsbekämpfer etc..

Die ISO-Norm 22000 baut auf den Standards der ISO-Norm 9001 auf. Sie erweitert die Anforderungen insbesondere bezüglich HACCP (Hazard Analysis Critical Control Points = Gefahrenanalyse und Kontrolle kritischer Punkt) und der damit verbundenen Prozessorganisation auf allen Stufen wie

  • Zubereitung
  • Verarbeitung
  • Herstellung
  • Verpackung
  • Lagerung
  • Beförderung
  • Verteilung
  • Behandlung
  • Verkauf.

Wenn ein Unternehmen nach ISO 22000 zertifiziert wurde, kann es damit seinen Kunden zeigen, dass ein Lebensmittelsicherheitsmanagementsystem installiert wurde und Kunden den angebotenen Produkten vertrauen können; nicht nur dem Produkt im allgemeinen, sondern auch jedem einzelnen Inhaltsstoff. Lebensmittel werden heute nicht mehr nur regional und saisonal verarbeitet; Lebensmittel bzw. İhre einzelnen Bestandteile kommen heute aus der ganzen Welt und die Lebensmittelsicherheit rückt entsprechend in den Fokus.

Aufgrund der erhöhten Produkthaftung müssen sich Hersteller absichern, um keinen Haftungs-Problematiken ausgesetzt zu werden. 

Durch die Implementierung des HACCP-Standards ist die ISO 2200 speziell ein auf die Agrar- und Ernährungswirtschaft zugeschnittenes Managementsystem. Dabei muss die Basisverordnung (EG-Verordnung 178/2002) sowie die Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV) mit einbezogen werden.

Fehler in der Lebensmittelherstellungsbranche sind sehr gefährlich und können enorme Kosten nach sich ziehen. Aus diesem Grund hat sich die ISO zu entschieden, den ISO 22000 Standard zu entwickeln, um ein Lebensmittelsicherheitsmanagement zu installieren. Es soll damit sichergestellt werden, dass es keine Schwachstellen innerhalb der Lebensmittel-Herstellung-Kette gibt. Gleichzeitig gilt es, eine internationale Harmonizierung im Bereich der Lebensmittel-Sicherheitsstandards zu erreichen.

ISO 22000 richtet sich nicht nur an Herstellungsbetriebe, sondern auch an Unternehmen, die Zubehör, Verpackungsmaterial, Zusatzprodukte und Inhaltsstoffe herstellen. Hinzu kommen Chemieunternehmen, Reinigungskräfte, Caterer, Großküchenbetreiber und Schädlingsbekämper. Transport/Logistik sowie Futtermittelhersteller

Was für Vorteile ergeben sich durch ISO 22000?

  • Einführung international anerkannter Unternehmens-Prozesse
  • Vertrauensbildend für Lieferanten und Stakeholders in Bezug auf Gefahrenkontrolle
  • Einsatz der Gefahrenskontrolle innerhalb der gesamten Lieferkette
  • Einführung von Transparenz in Bezug auf Rechenschaftspflicht und Verantwortlichkeiten
  • Kontinuierliche Verbesserung und Updates der eingesetzen Systeme, um ihre Effektivität zur gewährleisten.

Lebensmittelsicherheitmanagementsysteme 

ISO 22000 ist ein Managementsystem, das implementiert wird um vorhandene und potentielle Risiken in der Nahrungsmittelherstellung zu erkennen. Hierzu werden Gefahren definiert, Vorsichtsmaßnah ergriffen, Ergebnisse bewertet und analysiert und Anwendungen kontinuierlich verbessert.

Das Risiko, dass durch Lebensmittelvergiftungen oder Allergien  Menschen zu Schaden kommen, ist nicht nur ein moralischer Aspekt, sondern ein existentieller Haftungsaspekt.

Die Lebensmittelindustrie sieht sich hier einer Vielzahl von Klagen gegenüber, die neben dem Kostenfaktor insbesondere dem Prestige des Betriebes großen Schaden zufügen kann. Verbraucher sind heutzutage durch die Medien entsprechend sensibilisiert und selbst ein kleines Problem kann sich zu einem riesigen Skandal entwickeln.

Die Sicherstellung der Qualität und Sicherung von Lebensmitteln ist eine unvermeidliche Bedingung für die Nachhaltigkeit der Betriebe vom „Bauernhof bis zur Gabel“ in der Lebensmittelkette.

Internationaler Standard für Lebens- und Futtermittel

Die ISO 22000 ist der einzige stufenübergreifende, weltweit ausgelegte und zertifizierbare Standard für Lebensmittelsicherheit-Managementsysteme. Ausgangspunkt für die Entwicklung der ISO 22000 war der Ruf nach Vereinheitlichung der Standards im Lebensmittelsektor.

Es gibt viele Zertifizierungen, die aber meist nur regional anerkannt sind und auch nur bestimmte Teilaspekte abdecken (HACCP, BRC, IFS). Diese Zertifizierungen richten sich im Allgemeinen an reine Lebensmittel-Hersteller und deren Zulieferern. Für alle anderen Teilnehmer an der Lebensmittel-Lileferkette, wie z. B. Hersteller von Halbfertigerzeugnissen, Gerätehersteller, Caterer, gab es bislang keine allgemein anerkannten Standards. 

Gerade weil Lebensmittelprodukte ständig nationale Grenzen überschreiten, werden allgemein anerkannte, internationale Standards gebraucht, um Sicherheit innerhalb der globalen Lebensmittel-Lieferkette zu gewährleisten.   

Am 19. Juni 2018 wurde die überarbeitete Fassung der ISO 22000 für Lebensmittelsicher-heits-Managementsysteme veröffentlicht. Damit hat für zertifizierte Unternehmen die Transitionsphase begonnen.  Innerhalb der kommenden 3 Jahre müssen Unternehmen nun auf die neue Norm umstellen.

Was hat sich nun konkret verändert?

  • Einführung der High-Level-Structure mit dem Ziel der Vereinfachung des Zusammenspiels mit anderen Standards (ISO 9001, 14001).
  • Risikobasierten Ansatz: Die Herangehensweise zum Verständnis von Risiken wurde geändert.
  • Zwei verschiedene PDCA-Zyklen kommen zum Einsatz: Einer deckt das Managementsystem  auf der organisatorischen Ebene ab (Kontext, Kompetenzen, etc.) und der andere die Prinzipien von HACCP auf der operativen Ebene (Gefahrenanalyse).
  • Der Operationsprozess: Es gibt eine klare Beschreibung der Unterschiede zwischen Kritischen Kontrollpunkten (critical control points – CCPs), Operativen Präventiv-Programmen (operational prerequisite Programmes – OPRPs) und Präventiv-Programmen (prerequisite programmes – PRPs). Hier wird der Begriff der Aktionskriterien eingeführt. Diese machen Präventivprogramme mess- und beherrschbar. Werken diese Kriterien nicht oder nur teilweise erfüllt, so könnte dies einen Einfluss auf die Sicherheit der Produkte haben und das Unternehmen muss aktiv werden.
  • Validierung, Monitoring und Verifizierung werden klar voneinander abgegrenzt. Bei der Validierung wird vor der Einführung eines neuen Prozesses bestimmt, ob die geplanten Maßnahmen wirklich geeignet sind. Das Monitoring erfolgt während der Produktion. Anhand der Verifizierung wird dann überprüft, ob die eingeführten Maßnahmen erfolgreich waren.

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir uns derzeit für diese Norm innerhalb der Prüfungszeit befinden. Wir gehen davon aus, dass wir die Akkreditation durch die DAkkS Anfang 2019 erhalten werden.